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    <title>Bazaar Akshar</title>
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    <dc:publisher>Eduschka</dc:publisher>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-22T11:41:33Z</dc:date>
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    <title>Bazaar Akshar</title>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6104575/">
    <title>Sitzen bleiben</title>
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    <description>Es gibt Menschen, die verstehen es auf wunderbare Art und Weise, die kleinen Dinge des Lebens wertzuschätzen. Sie  und nur sie  sollten unsere Lehrer sein. Die Menschen, von denen ich spreche, essen die Himbeer-Speise vor dem Hauptgang oder wählen ihren Arbeitgeber ostwärts aus, um morgens in die aufgehende Sonne zu fahren. Diese Menschen würden das «Schöggeli» zum Kaffee niemals im Unterteller zurücklassen oder den Kinosaal vor dem Abspann verlassen. An der Anzahl derer, die nach dem Ende der Kinovorführung gleich aufspringen, ihren Mantel packen und in die Nacht entschwinden, lässt sich ungefähr messen, wie rar der Genussmensch geworden ist. Sie müssen zurück, zurück zu ihren Terminen, ihren Gewohnheiten, ihrem Alltag. Der Genussmensch hingegen bleibt sitzen, wippt ein bisschen mit dem Fuss zur schönen Abspannmusik; ja vielleicht wischt er sich noch eine Träne aus dem Augenwinkel. Für ihn bedeutet das Leben Hingabe. Er will es auskosten, jeden Moment, bis zu des Bechers Neige. Und dazu gehört auch, sich von der Stimmung eines Films bezaubern zu lassen und noch etwas in diesem Gefühl zu schwelgen, während der Abspann über die Leinwand läuft. Wie schön das Leben doch ist! Sitzen bleiben ist so einfach. Man muss es nur tun. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erschienen im &quot;Winterthurer Stadtanzeiger&quot; vom 15. Dezember 2009</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Betrachtungen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-22T11:39:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6083261/">
    <title>Der Zug ist abgefahren</title>
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    <description>Komme ich jetzt also auch schon ins Alter, wo man sich für gewisse Dinge einfach «zu alt» fühlt? Bewusst wurde mir das, als ich neulich ziemlich lange in einem Café sass. Und während am Nebentisch zu meiner Rechten ein Pärchen sich leise, dafür mit umso heftigeren Worten stritt, wartete zu meiner Linken eine junge Frau, das Handy am Ohr, auf ihren Mathe-Nachhilfelehrer. «Ich habe jetzt dann gleich Mathe-Nachhilfe», liess sie die Person am anderen Ende wissen. «Also dann bis heute Abend», fügte sie abschliessend hinzu und legte auf. Und dann kam er auch schon atemlos angehetzt, die Nachhilfskraft, kaum älter als sie, vielleicht sogar ihr Mitschüler. Die Nachhilfestunde konnte beginnen. Der Anblick der zwei in ihre Bücher vertieften jungen Leute beflügelte meine Fantasie und ich malte mir aus, wie die beiden sich, über Formeln und Primzahlen gebeugt, ineinander verliebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und plötzlich fragte ich mich: Warum habe ICH mich eigentlich nie in meinen Nachhilfelehrer verliebt? Könnte es eventuell daran liegen, dass ich gar nie einen Nachhilfelehrer hatte? In diesem Moment der Klarheit machte sich die ernüchternde Erkenntnis in mir breit, dass es in meinem Leben kaum mehr je die Gelegenheit geben wird, mich in meinen Mathe-Nachhilfelehrer zu verlieben. Meine Schulzeit ist vorüber und von der Mathematik lasse ich für den Rest meines Lebens besser die Finger. Mädel, dieser Zug ist definitiv abgefahren. Eines der vielen Klischees, die ich ausgelassen habe. Oder besser: Das Klischee hat mich ausgelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Arbeit erwischte mich nochmals ein Klischee kalt im Nacken: Das Klischee des «Schatzi-Taxis». Wenn die jüngere Arbeitskollegin, ungewohnt heiter bei der Aussicht auf den nahenden Feierabend, geschwind ihren Kram zusammenpackt und zur Tür hinaus tänzelt, federleicht und frisch wie die Sommerbrise am Meer. Grund für die gute Laune: Der (wahrscheinlich ältere), coole Freund mit Lederjacke, der bereits ein eigenes Auto hat, holt sie von der Arbeit ab. Gemeinsam brausen sie davon, die Haare der jungen Frau flattern im Wind. Und ich schaue wehmütig hinterher. Das war doch richtig cool, damals! Heute wäre es für meine Freundinnen kaum etwas Weltbewegendes, käme ich mit einem Lederjacken-Freund mit eigenem Auto daher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohl oder übel müssen wir uns damit abfinden, dass der Zug für gewisse Erlebnisse den Bahnhof bereits verlassen hat  und uns am Bahnsteig zurückgelassen hat. Klischees im passenden Alter sind süss  Klischees, die für ein Alter gedacht sind, das nicht unserem eigenen entspricht, sind einfach nur peinlich.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Jugend und Alter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-09T10:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6080404/">
    <title>Zitat</title>
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    <description>«Denn alles, was macht braucht, zum Leben und zum Schreiben, sind Liebe und Erfahrungen.» &lt;br /&gt;
Aus: Kein Seeweg nach Indien</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Zitatenkiste</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-07T15:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6080370/">
    <title>Sein bester Freund, der Hund</title>
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    <description>Wie sehr es uns doch schmeichelt, wenn uns ein Büsi flattierend um die Beine streicht. Oder wenn wir beim Heimkommen bereits an der Türschwelle von unserem Hund abgeholt werden, der freudig mit dem Schwanz wedelt und uns lautstark Willkommen heisst. Hund und Katze sind die Lieblings-Haustiere der Nation. Nutztiere im engen Sinne sind sie zwar nicht, und doch erweisen sie dem Menschen einen wertvollen Dienst: Sie spenden Trost und füllen leere oder leer gewordene Stellen im Innern auf. Sie sind emotionaler Kitt für geschundene Seelen. Warum sonst würde man in psychiatrischen Institutionen Katzen halten? Ein Tier schenkt Nähe; eine sehr einfache Nähe, weil sie äusserst berechenbar ist. Sie wird bestimmt vom Rhythmus des tierischen Urbedürfnisses: Seinem Hunger, seinem Durst, seinem Bewegungsdrang. Ein Tier gibt unmissverständlich zu verstehen, was es gerade braucht. Es druckst nicht herum, schämt sich nicht und redet auch nicht um den heissen Brei. Das macht Tiere nach unserer Auffassung so &lt;i&gt;ehrlich.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haustiere decken das emotionale Grundbedürfnis des Menschen nach Nähe und Geborgenheit ab. Oftmals schaffen sich Menschen in einer besonders krisengeschüttelten Lebensphase ein Hund oder eine Katze an. Und doch unterscheiden sich Hund und Katze ganz grundsätzlich in ihren «Funktionen»: Eine Katze ist verschmust, aber nur, wenn es ihr passt. Sie flattiert ein bisschen, frisst und geht dann wieder ihre eigenen Wege. Eine Katze kann man unmöglich zähmen. Anders der Hund: Man muss ihn zähmen, man muss ihn «erziehen», und ist das einmal geschafft, wird der Hundehalter mit einer Loyalität belohnt, die seinesgleichen sucht. Je nach Rasse ist auch ein Hund verschmust, doch anders als die Katze ist er es zu jeder Zeit, ohne Ausnahme. Die Partnerschaft zu seinem Herrchen steht bei ihm über allem, sie ist eng, fast schon symbiotisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlassene Männer oder solche, die von Mitmenschen enttäuscht wurden und eine dicke Mauer als Schutzwall um sich errichtet haben, sind besonders geneigt, sich einen Hund  meistens ein Schäfer  anzuschaffen. «Nimm Dich von einem alleinstehenden Mann mit Hund in Acht», heisst es daher unter Freundinnen. Denn ein solcher Mann sehnt sich nach echter Kameradschaft, und mit einem Schäfer trägt er seinem Bedürfnis nach Nähe Rechnung. Im Gegensatz zur Partnerschaft mit einer Frau ist eine Kameradschaft mit einem Hund jedoch viel sicherer, denn seine Liebessprache ist unmissverständlich. Er schenkt Zuneigung, ohne mehr als Futter zu verlangen, er ist ein wahrer Kamerad. Die Bedürfnisse beider Seiten werden rasch belohnt. Es gibt keine Stadien, keine Prozesse wie bei menschlichen Beziehungen. Es gibt kein Davor, Dahinter und Dazwischen. Keine Schattierungen, keine Grautöne. In diesem Extrem-Stadium ist es diesem Typ Mann nicht mehr möglich, Nähe zu einer Frau zuzulassen. Weil eine Beziehung bedeuten würde, die Kontrolle über seine Gefühle zumindest teilweise aus der Hand zu geben. Doch ein Hunde-Mann braucht diese Kontrolle. Er will sagen können: «Sitz!», und der Hund macht Sitz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Männer tragen einen Teil in sich, der abzusterben droht. Dieser Teil heisst «Lebendigkeit». Sie nutzen nicht die ganze Klaviatur ihrer emotionalen Möglichkeiten. Es ist ein bisschen so, als würden sie immer nur auf den weissen Tasten des Klaviers spielen. Es entsteht zwar eine Melodie, aber sie ist weit unter den Möglichkeiten, die das Klavier zu bieten hat. Eine richtig schöne Melodie  ihre ganz eigene Melodie  kann eben nur entstehen, wenn sie die Möglichkeiten des Klaviers voll ausnutzten und versuchen, auch auf den schwarzen Tasten zu spielen.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Exkursionen in die Tierwelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-07T15:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6073390/">
    <title>Auf dem Kartografen-Kongress</title>
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    <description>Auf europäischen Weltkarten befindet sich Europa im Zentrum der Karte. Betrachtet man eine amerikanische Weltkarte, ist der amerikanische Kontinent in der Kartenmitte. Das Zentrum unserer Welt scheint also eine Frage des Standpunkts zu sein, auf internationalen Kartografen-Tagungen aushandelbar wie die Relevanz des Reliefs. Was würde nun geschehen, wenn wir für die Dauer eines Lidschlags Indien ins Zentrum der Karte, und damit ins Zentrum der Welt setzen würden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Punkt sind sich die Kartografen schnell einig: Indien lässt sich kaum mit westlichen Massstäben messen. Die Bedingungen, denen das Land unterworfen ist  &#8722; die riesige Ausdehnung, die Überbevölkerung, das Klima &#8722; sind so extrem, dass sich Indien eigentlich nur anhand seiner eigenen Massstäbe messen lässt. Besucher aus dem Westen zeigen sich oftmals schockiert über den chaotischen Verkehr. Doch für Indien ist nicht von Belang, wie gut der Verkehr fliesst, für Indien ist einzig entscheidend, dass er fliesst. Indien ist, um auf Gerichtssprache zurückzugreifen, in jeder nur erdenklichen Hinsicht ein Präzedenzfall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren hat Indien einen regelrechten Boom erlebt, die Wachstumsraten sprengen die kühnsten Erwartungen, der Mittelstand wächst, der Kontrast zwischen alt und neu ist bemerkenswert, ebenso wie die die Kluft zwischen Arm und Reich. Doch auch im modernen Indien hat sich eines nicht geändert. Indien  das sind vor allem Menschen. Jedes andere Land wäre von so viel MENSCH und so viel sozialer Ungleichheit längst kollabiert. Obwohl dem Leben jedes Einzelnen bei einer Bevölkerungsanzahl von geschätzten 1,1 Milliarden nicht mehr die gleiche Bedeutung beigemessen werden kann, trotz grossem Hunger und bitterer Armut, kann eines nicht unter den Tisch gekehrt werden: Indien pulsiert, ja strotzt geradezu vor Leben, vor Energie! Die ungeheure Vielfalt an allem, was das Leben hergibt, macht die Faszination dieses Landes aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mehr Phänomen denn Land&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Doch eigentlich ist es vermessen, von «einem» Land zu sprechen. Indien beherbergt viele Länder in einem, jede Region hat wieder ihre eigenen Bräuche und Mythen, ihre ganz eigenen Gerichte, eine andere Art sich zu kleiden, andere Götter.... Indien ist viel weniger ein Land als ein Phänomen. Nur was taugt ein Phänomen schon als Ordnungsbegriff? Man kann sich bildhaft vorstellen, wie sich unsere Kartografen verzweifelt die ergrauten Haare raufen. Der Präsident der Kartografenvereinigung lässt eine dringliche Sonderkommission einberufen, die sich einzig und allein mit der Frage auseinandersetzen soll, wie sich das «Phänomen Indien» vernünftig kartografisch darstellen liesse. «Vielleicht mit Hilfe eines Symbols?», schlägt ein eher stiller Kartograf vor. «Gute Idee!», lobt der Vorsitzende der Kommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Indien hat fast alles eine Symbolik. Das zinnoberrote Pulver, das sich verheiratete Frauen oberhalb der Stirn in den Haaransatz reiben, ist nur ein Bruchteil dessen, was die hinduistische Kultur an Symbolen zu bieten hat. Bei einer Geschäftseröffnung halten auch die modernsten Inder eine «Puja» ab; eine Anrufung der Götter, dass die Unternehmung einen erfolgreichen Verlaufen nehmen möge. Überhaupt Neuanfänge: Bei Geburten, Projektanfängen oder vor wichtigen Entscheidungen holt man sich im Tempel den Segen. An Geburtstagen trägt man neue Kleider, und sogar den Wochentagen ist eine Bedeutung zugeschrieben: Der Montag ist der Tag Shivas, der Dienstag «gehört» dem affenköpfigen Hanuman und so geht es weiter durch die ganze Woche. Wer auf besonderes Wohlwollen einer der Götter hofft, fastet am entsprechenden Tag oder isst zumindest kein Fleisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hinduistische Kultur versteht es wie keine zweite, dem Leben eine tiefere Bedeutung zu geben. Denn was sind Rituale und Symbole anderes als eine Möglichkeit, das Leben kostbar zu machen? Rituale hauchen dem Moment mehr Leben ein und damit mehr Sinnhaftigkeit. &lt;br /&gt;
Spiritualität und das Hamsterrad des Alltags liegen nirgends näher zusammen als in Indien, sie sind sosehr ineinander verflochten, dass niemand auf die Idee kommen würde, darin etwas Verwerfliches zu sehen. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Inder ihre Religion praktizieren und damit ihrem Bedürfnis nach Spiritualität Rechnung tragen, ist bemerkenswert. Ohne  und das muss an dieser Stelle besonders herausgehoben werden - im Geringsten ideologisch zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Alles im Fluss&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Doch würde es Indien überhaupt kratzen, wenn es plötzlich zum Nabel der Welt erklärt würde? Wohl kaum. Indien würde es zur Kenntnis nehmen. Und damit hätte es sich. Indien und damit die Inder lassen sich nicht so schnell von irgendetwas beeindrucken. Diese Geisteshaltung ist bewundernswert, doch mit Gleichgültigkeit hat sie nichts zu tun. Manche sagen, sie entspringe einer extremen Form von Gottesgläubigkeit. Doch vielleicht rührt sie auch einfach von der Erfahrung her, dass sich im Minutentakt sowieso wieder alles ändern kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hinduistische Gesellschaft ist geprägt von einer ungeheuren Dynamik. Das lässt sich anhand eines einfachen Beispiels aus der Mobiltelefonindustrie verdeutlichen: Indien ist der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt, bereits heute ist die 500-Millionen-Marke von Mobiltelefonnutzern erreicht und sollte bereits 2014 die Milliarden-Grenze sprengen. Für Länder wie Indien wurde das Mobiltelefon geradezu erfunden, weil es Raum lässt für Unvorhergesehenes. Auch die Schweizer oder die Deutschen loben sich sicherlich das tragbare Telefon. Doch genau genommen will es sich nämlich nicht so recht einfügen in unserer Kultur, da ein durchschnittlicher Angestellter an viel zu vielen Sitzungen teilnimmt, an denen er das Mobiltelefon dann trotzdem wieder ausschaltet. Inder sind ständig erreichbar. Rund um die Uhr. So etwas wie eine Combox existiert nicht. Warum auch, bis der Empfänger seine Nachrichten abgehört hat, ist die Botschaft bereits wieder veraltet. Alles im indischen Alltag geschieht immer aus dem Moment heraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während es in Europa relativ verpönt ist, seine Pläne zu ändern, passiert das in Indien ständig. Was in Europa als Schwäche ausgelegt wird, bedarf in Indien nicht mal einer Entschuldigung. Das ist nicht Wankelmütigkeit, sondern Überlebensstrategie: Sich veränderten Lebensumständen anzupassen, kann in Indien unter Umständen überlebenswichtig sein. Nur wer stur an seinen Plänen festhält, gilt in Indien als schwach. Das macht die Inder auch zu formvollendeten Improvisationskünstlern. Selbst wenn im ersten Moment etwas unmöglich scheint, wird es irgendwie möglich gemacht. Ein kategorisches «nein» existiert nicht. &lt;br /&gt;
Eine knappe Mehrheit  unter den Kartografen vertritt daher auch dezidiert die Meinung, dass Indien anstatt Amerika «das Land der unbegrenzten Möglichkeiten» sein sollte. Indien ist «artwork in process», ein Kunstwerk, das einem ständigen Wandel unterworfen ist.   &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
India changes you&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Bei dieser Ausgangslage erstaunt es wenig, dass Indien Menschen magisch anzieht, die sich neue Impulse für ihr Leben erhoffen. Die in ihren eigenen Mustern gefangen sind. Etwas abschätzig könnte man hier von Esoterikern und anderen Sinnsuchenden sprechen. Aber auch wer keine Berührungspunkte mit Spiritualität kennt, dem soll gesagt sein: Indien hat ein riesiges Potential für Veränderung. Oder um es mit den Worten der Soziologin Ursula Baumgardt auszudrücken: «Kontinuierlich bis zum heutigen Tag nimmt der Hinduismus Neues auf, d.h. er hat eine für uns kaum nachvollziehbare Kraft der Erneuerung.» Wer richtig eintaucht in diese «indiness», als Gast und nicht bloss als Besucher gegenwärtig ist, wird sich dem Sog der Veränderung unmöglich entziehen können. Indien schafft neue Räume im Innern, Gedanken gehen auf Wanderschaft und eingefahrene Denkprozesse werden gehörig auf den Kopf gestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Da muss was dran sein», räumt der Präsident der Kartografenvereinigung nachdenklich ein. Und er erhebt sich von seinem Platz, nimmt einen dicken Filzschreiber und zeichnet eine grosse Sonne auf das Flip-Chart. «Wie die Sonne hat auch Indien grosse Kraft zur Veränderung», setzt er an. «Deshalb soll Indien auf der Weltkarte in Zukunft mit einer Sonne dargestellt werden», bestimmt er. Denn: India changes you.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Indischer Alltag</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-02T14:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6022938/">
    <title>OUT now: Kugelbomben und Kaffee</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6022938/</link>
    <description>VERNISSAGE: 15. November im Restaurant ZUM GRÜNEN HUND in WINTERTHUR-Veltheim&lt;br /&gt;
Mit Lesung und Bilderausstellung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Kugelbombenu-Kaffee_cover&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/Kugelbombenu-Kaffee_cover.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kugelbomben und Kaffee, fünfzig Amazonen-Geschichten&lt;br /&gt;
108 Seiten, broschiert&lt;br /&gt;
Im Eigenverlag &lt;br /&gt;
Verkaufspreis 24 Franken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhalt:&lt;br /&gt;
Lockenkopf, die Eremitin, Kaktusblüte und die Römerin, genannt &quot;die Amazonen&quot;: Das sind die besten Freundinnen der Journalistin und Autorin Edith Truninger. In diesem Kolumnenband nähert sie sich dem Leben der vier Charaktere, ihren Macken und jenen Eigenschaften, die sie unverwechselbar machen. Egal, ob es dabei um Liebe, Freundschaft oder Frausein geht, der Blick der Kolumnistin ist immer von zärtlicher Ironie geprägt.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-02T11:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6022176/">
    <title>Ladenhüter</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/6022176/</link>
    <description>Im Frühling war ich an eine Hochzeit eingeladen. Eine Schulfreundin von mir hat einen Mann aus Marokko geheiratet. Anlässlich einer kleinen Ansprache zu Tisch erzählte der Brautvater, dass sein Schwiegersohn, als sie einander vorgestellt wurden, gesagt habe, in Marokko sei er ein «Ladenhüter» gewesen  natürlich vom englischen Ausdruck «shopkeeper» abgeleitet. Wortwörtlich übersetzt ins Deutsche bekommt «Ladenhüter» natürlich einen ganz anderen Bedeutungsbeiklang: Ein «Ladenhüter» ist ein Artikel, der niemand will, seine besten Zeiten bereits gesehen hat, Staub angesetzt hat. Mit dem Weissweinglas in der Hand habe ich leise in mich hineingelächelt und gedacht, dass wohl auch ich im Süsswarenladen der Liebe ein Ladenhüter bin.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem weigere ich mich, mein Singlesein als Makel zu sehen. Gewisse Menschen scheinen ihr Single-Leben zu einem Martyrium hochzustilisieren, sie suhlen sich in der Opferrolle und setzen all ihre Energien dafür ein, diesem Zustand schnellstmöglichst ein Ende zu setzen. Dieser Single-Uryp arbeitet meistens als Sachbearbeiter in irgendeinem Büro, fährt Rollerskates und tritt bei «Züri Date» auf. «Und wie lange bist Du schon Single?», ist eine Frage, die nur er stellen kann. Ganz so als würden er jede Woche einen Strich an die Decke machen. Ein Inventar des Defizits. Hinzu kommt dieser mitleidige Blick, der mehr nach «Und wie lange leidest Du schon an Herpes genitales?» aussieht. Singlesein ist keine Krankheit, sondern bloss ein Hinweis darauf, wie die Verantwortungen in unserem Leben verteilt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Singlesein kann, wer hätte das gedacht, für eine gewisse Streckenetappe unseres Lebens sogar selbst gewählt sein. Jeder möchte lieben, doch eine Beziehung heisst eben auch, Zugeständnisse zu machen. Die Ziele des anderen werden in einer Beziehung zu deinen eigenen. Und umgekehrt. Da ist es durchaus legitim, für sich selbst zu entscheiden, dass man für solche Opfer derzeit ganz einfach nicht bereit ist. Zu viel gibt es noch zu entdecken, zu viel zu experimentieren, zu viel einzusaugen vom Leben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum ist es so wichtig zu wissen, ob ich in einer Beziehung lebe, wenn es so viele  andere interessante Dinge über mich zu erfahren gibt? Die Liebe ist doch nur eine Facette unserer Persönlichkeit unter vielen. Vielleicht bin ich ein Ladenhüter, doch ich gefalle mir auch mit Staub auf dem Haar. Bevor ich die Freundin eines Mannes sein kann, möchte ich in erster Linie meine eigene Freundin sein. Weil die Beziehung zu einem Mann wahrscheinlich nur ein paar Jahre dauert. Die Beziehung zu mir selbst dagegen ist garantiert lebenslänglich.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Frauen und Männer</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-01T19:50:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5943227/">
    <title>Coiffeurgeschichten</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5943227/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Wir alle tragen Geschichten aus unserer Vergangenheit in uns, die uns ganz besonders am Herzen liegen. Noch Jahre später geben wir sie mit vor Stolz geschwellter Brust zum Besten. Was wir gerne vergessen: Unser Blick ist voreingenommen, verschleiert vom Gefühl der Nostalgie. Für jemand, der nicht dabei gewesen ist, hat die Geschichte nicht die gleiche Sogwirkung. Unter den Amazonen heissen solche Geschichten «Coiffeur-Geschichten». Und das kam so:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lockenkopf, Kaktusblüte und ich fahren im Auto, Lockenkopf sitzt am Steuer, als Kaktusblüte, scheinbar aus dem Nichts, von ihrem früheren Coiffeur Guido zu palavern  beginnt. Jener Guido, der ihr als Mädchen die Haare geschnitten hat und ihr am Ende immer einen Lollipop in die Tasche steckte. Mit grösster Detailtreue zeichnet Kaktusblüte Leben und Biografie dieses Guido nach, inklusive der Tolle auf seinem Kopf und den Papagei im Salon.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kaktusblüte ihren Monolog beendet hat, können weder Lockenklopf noch ich irgendeine Pointe darin erkennen. Eine verräterische Stille macht sich im Wagen breit, bis ich zu sagen wage: «Ähm... habe ich irgendwie die Pointe verpasst oder gibt es wirklich keine?» Wie sich herausstellt, war es ein unscheinbarer Salon am Strassenrand, der all  diese wilden Assoziationen in Kaktusblüte ausgelöst hatte. Weder Lockenkopf noch ich hatten Guidos Salon überhaupt wahrgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal necken wir sie noch heute mit ihren Coiffeurgeschichten. Doch ob jemand einen Hang zu Coiffeurgeschichten hat, an den unmöglichsten Orten einschläft, vergesslich ist oder ständig in der Nase bohrt... genau solche kleinen Unzulänglichkeiten sind es doch, die unsere Freunde letztendlich so unverwechselbar machen.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-16T17:18:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5884624/">
    <title>Das Recht auf Liebestöter</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Bridget Jones, die liebenswürdig-tapsige Katastrophen-Frau, die so gerne Tagebuch schreibt, hat den Begriff salonfähig gemacht: Liebestöter. Ein Liebestöter ist eine überdimensional grosse Unterhose, unmöglich in Schnitt und Farbe, die unter mysteriösen Umständen in die eigene Wäschekollektion geraten ist und darin eigentlich überhaupt keine Existenzberechtigung hat. Sie fällt völlig aus dem Rahmen, tummelt sich munter und hässlich zwischen all den Cadillacs ihrer Sorte. Die Eremitin hat dafür auch den schönen Begriff Gammler geprägt. Fast jede Frau hat irgendwo noch so einen vergammelten Liebestöter in ihrer Kommode, wenn sie nur tief genug in der Schublade gräbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlich wird es erst dann, wenn unsere Liebestöter plötzlich Blicken ausgesetzt sind, die nie für sie bestimmt waren. Einmal geriet der Gammler einer Freundin in die Schmutzwäsche der Männer-WG ihres damaligen Freundes. Einen Vollwaschgang später sah sein Kumpel den Liebestöter in seiner ganzen Pracht an der Wäscheleine hängen und konnte sich einen abschätzig-ironischen Kommentar nicht verkneifen. Ihr Freund nahm das unappetitliche Textil seiner Freundin in Schutz, indem er sagte: Das sind eben ihre &apos;Mensunterhosen&apos;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhosen, die frau nur während ihrer Tage trägt? Woher er das wohl hatte? Die Amazonen waren sich für einmal alle einig: Auch wir wünschen uns einen Mann, der&lt;br /&gt;
unsere Liebestöter vor seinen Kumpels in Schutz nimmt und sogar dann noch schmeichelnde Worte für uns findet, wenn wir in dieselben gehüllt vor ihm stehen. Mut zur Hässlichkeit ist gefragt! Denn Liebestöter sind vor allem eins: der eindrückliche Beweis dafür, dass wir uns selbst nicht allzu wichtig nehmen. Bridget Jones würde mir beipflichten.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-18T09:34:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5862921/">
    <title>Die falsche Braut</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Manche Leute machen sich einen Spass daraus, uneingeladen an einer Party zu erscheinen und zuerst die Bar und dann danach das Kuchenbuffet zu plündern. Die Amazonen haben sich für diesen Sommer einen viel besseren Zeitvertreib ausgedacht. Das Spiel heisst: Tu so, als ob du Polterabend feiern würdest oder Fake the Polterabend. Schliesslich gibt es keine Regel, die besagt, dass man kurz vor der Vermählung stehen muss um sich einen Rausch anzutrinken und sich ungebührlich zu benehmen. Die Amazonen schaffen das auch ganz ohne baldige Limousinenfahrt mit Schleppe und langem Kleid!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verabreden sich die Eremtitin, Kaktusblüte und Lockenkopf mit ein paar Freundinnen zu einem gestellten Polteri. Wer sich als Braut der Lächerlichkeit preis geben muss, wird an Ort und Stelle per Los entschieden. Sich mitten in der Innenstadt mit bemalten T-Shirts zum Deppen zu machen, ist befreiend und für einmal bekommt man dafür sogar noch Geld. Treffen wir auf andere Poltergruppen  an diesem Abend sehr zahlreich vorhanden  entsteht sogleich ein erhebendes Solidaritätsgefühl. Die unechte Braut spielt wunderbar mit und schwärmt in den buntesten Farben von ihrem Verlobten namens Massimo... der genauso unecht ist wie die Braut selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir gerade in einer Bar abtanzen, trifft Lockenkopf auf eine Schulfreundin aus früheren Tagen. Sie heiratet bald und hält in der gleichen Bar ihren Polterabend ab wie wir ­- einen echten, versteht sich. Wer heiratet bei euch, etwa du?, will sie wissen, woraufhin Lockenkopf ein bisschen zu schnell und zu vehement den Kopf schüttelt. Allein ihrem Losglück ist es zu verdanken, dass Lockenkopf der echten Braut nicht im Nachthemd und mit orangen Schwimmflügeli am Oberarm irgendwie glaubhaft machen musste, dass es im Moment zugegebenermassen ein bisschen danach aussehe, sie aber dennoch nicht vor habe zu heiraten...</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-06T06:42:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5835932/">
    <title>Frauen telefonieren anders</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Nirgendwo sonst im Alltag unterscheiden sich die Geschlechter so stark in ihrem Verhalten wie beim Telefonieren. Wenn Männer mit Männern telefonieren, besteht dieses Telefonat aus einem kurzen Wortwechsel, gefolgt von einem abrupten ciao.Maximale Gesprächsdauer: 3 Minuten. Ich denke an die Telefongespräche mit meinen Geschlechtsgenossinnen und stelle fest: Der Unterschied könnte grösser nicht sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Telefongespräch unter Frauen dauert, und hier sprechen wir noch nicht von der Verabschiedung. Denn eine Verabschiedung unter Freundinnen ist keine blosse Verabschiedung, sondern ein Ritual. Ein Ritus, das durchaus monumentale Ausmasse annehmen kann. Da heisst es dann: «Also, okay, tschau, tschüss, machs gut», und dann lässt sich Gesprächspartnerin Nummer eins nochmals zu einer Bemerkung hinreissen und ab gehts in die  nächste Runde, die wieder endet mit «also, okay, tschau, tschüss, machs gut, woraufhin Gesprächspartnerin zwei der letzte, aber dieses Mal ist es wirklich der letzte, Einschub einfällt Eine Unsitte! Und noch dazu genetisch bedingt, versuchen die Eremitin und ich doch immer wieder, den langen Weg der Verabschiedung zu verkürzen  und scheitern kläglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es gibt eine Erklärung dafür. Für Frauen bedeutet eine Verabschiedung immer gleich eine Art Trennung, die sie mit möglichst viel Zuwendung kompensieren müssen. Sehr wortreich möchten sie einander auf dem berühmten Beziehungsohr versichern, dass dieser Abschied nur eine Beendigung des Gesprächs ist und nicht etwa das Ende ihrer Freundschaft kompliziert, würden Männer sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend schwierig gestaltet sich der geschlechterübergreifende Versuch eines Telefonats. Lockenkopf beschwert sich regelmässig darüber, dass ihr Freund immer so monoton redet am Telefon. Zeig doch ein bisschen Emotionen!, ruft sie dann aus. Und wehe, der Angebetete hinterlässt eine monotone Nachricht für sie auf dem Telefonbeantworter! Da muss er mit Sanktionen rechnen. Die Römerin hat ebenfalls resigniert, was Männer und das Telefonieren anbelangt, ihr trockener Kommentar: Wir können nicht miteinander telefonieren. Hätte es im Paradies schon ein Telefon gegeben, die Menschheit wäre wohl längst ausgestorben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sind nie enden wollende Telefongespräche so etwas wie die Essenz jeder richtig guten Frauenfreundschaft. Da kommt es auf die zehn bis fünfzehn Minuten, die so ein Abschiedsritual locker in Anspruch nimmt, doch wirklich nicht mehr an.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-21T16:23:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5824759/">
    <title>Spuren der Leidenschaft</title>
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    <description>Eine Freundin bezeichnet ihre Hände gerne als Lederhände: Trockene, aufgeraute Hände von der täglichen Arbeit mit der Erde. Ein befreundeter Geiger hat am Hals blau-violette Flecken  &quot;da hat sich einer offenbar einen abartig grossen Knutschfleck verpassen lassen&quot;, mag manch einer schadenfreudig denken. Falsch geraten. Die verfärbte Druckstelle rührt von den vielen Stunden des Übens her, die Geige dicht am Hals. Auch bei mir hat der Beruf  oder sagen wir besser die Leidenschaft  Spuren hinterlassen: Auf der Innenseite meines Mittelfingers zeigt sich eine Druckstelle, fast eine Art Ausbuchtung. Genau da, wo der Kugelschreiber den Finger berührt. Ich bin &quot;gezeichnet&quot; von den vielen Stunden exzessiven Tagebuchschreibens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Male, die unsere Leidenschaften verursacht haben, sind sexy. Ich liebe es, zu erkennen, wenn jemand das, was er macht, mit Leidenschaft tut. Und ich habe Respekt davor. Das muss nichts Grossartiges sein. Wir müssen nicht auf den grossen Bühnen dieser Welt stehen oder 10 000 im Monat verdienen. Manchmal reicht es völlig aus, in einem Tabakwarenlädeli zu arbeiten, Brieftauben zu züchten oder Staubsauger zu reparieren. Weil es zu uns passt. Weil es einen Raum schafft, in dem unsere Persönlichkeit sich entfalten kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erinnere mich, wie ein guter Freund mir einmal ans Herz gelegt hat: Habe immer Respekt für Deine Arbeit. Heute ist mir klar, warum er so darauf gepocht hat: Denn wer Respekt hat für seine Arbeit, hat auch Respekt für sich selbst.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Betrachtungen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-15T14:28:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5808992/">
    <title>Der Bleistift-Test</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5808992/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Die Sauna ist wie der Zug ein idealer Ort, um Fremde beim Gespräch zu belauschen. Eine Zeitlang war Lockenkopf eine ziemlich exzessive Saunagängerin. Einmal hatte sie es sich gerade mit ihrem Badetuch auf den heissen Holzbrettern bequem gemacht, als sie den Begriff Bleistift-Test aufschnappte. Der Bleistift-Test, erklärte eine Frau ihrer Kollegin, sei ein Trick, um zu eruieren, inwieweit die Brüste dem Gesetz der Schwerkraft bereits gefolgt seien. Dabei klemme frau sich ganz einfach einen Bleistift zwischen Brust und Bauch. Findet der Bleistift kein Fleisch, um sich festzuklammern und fällt deshalb runter, kann das nur eins bedeuten: Die Brust ist immer noch straff. Die Saunafrau in Lockenkopfs Sauna meinte dazu trocken: «Weiss du, früher war es noch ein Bleistift, heute findet an dieser Stelle eine ganze Farbstiftschachtel Platz!» &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lockenkopf und ich sind natürlich gleich gerannt, um die Probe aufs Exempel zu machen. Kaum zu Hause, entledige ich mich meinem T-Shirt und dem BH und platziere den Bleistift am besagten Ort. Mit dem Telefonhörer zwischen Kopf und Schulter geklemmt, berichte ich Lockenkopf brühwarm von der Test-Front: Zwischen meinen Hautfalten findet locker ein Bleistift Platz, sage ich zu ihr. «Sitzt Du?», fragt mich Lockenkopf am anderen Ende der Leitung. Ich bejahe. «Du musst halt schon aufstehen!» In stehender Position ergibt sich jedoch dasselbe Bild: Der Bleistift hält und hält, wenn auch mit etwas mehr Spielraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geknickt von diesem Resultat, tröste ich mich mit dem Gedanken, dass es immerhin mit der Farbstiftschachtel schwierig werden könnte. Ausserdem nehme ich mir vor, den Test bei Gelegenheit zu wiederholen. Dabei ertappe mich bei der Vorstellung, dass ich den Bleistift glatt unter der Brust vergessen und mir beim Sex plötzlich aus der Wäsche fallen könnte. Wie ich das meinem Partner wohl erklären würde? Vielleicht mir einem 100 Prozent originalen und copyrightgeschützten Amazonen-Schrei: «Cheerio, ich liebe meinen Körper... und du hast das gefälligst auch zu tun!»</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-07T13:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5783833/">
    <title>Apfelwähe für alle</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5783833/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt; Lockenkopfs Freund hat das Apfelwähenbacken für sich entdeckt. Und man muss dazu vielleicht noch sagen, dass er in der Küche nicht zu gebrauchen ist. Jedes Mal, wenn er sich darin zu schaffen macht, sind wesentliche Utensilien danach unbrauchbar. Lockenkopf und Kaktusblüte geben noch heute die Geschichte zum Besten, wie er vor Jahren einmal versucht hat, Popcorn zuzubereiten und die Pfanne dabei so ausbrannte, dass man sie gleich in den Mülleimer schmeissen konnte. Das mit den Pfannen lässt er seither sein, dafür hat er jetzt das Backblech für sich entdeckt. Sei einigen Wochen bäckt er nämlich mit rühriger Hingabe Apfelwähe. Seine Schwiegermutter in Spe hat ihm bereits ein Wähenkochbuch geschenkt. Lockenkopf muss derweil nicht auf den verwegenen Gedanken kommen, sie könne im gemeinsamen Haushalt je wieder selbst eine Wähe backen. Das ist jetzt sein Revier, in Sachen Apfelwähe ist ER der Experte. Schluss, Punkt, Ende der Diskussion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon seltsam, wie Männer dazu neigen, die wenigen Handreichungen, die sie normalerweise im Haushalt ausführen, so dermassen überzubetonen. Als könnten sie sich damit einen Orden verdienen. Eine Prestige-Angelegenheit ist Haushaltsführung definitiv nicht. Damit lassen sich keine Lorbeeren einheimsen. Doch anstatt die Erfahrung zu machen, dass auch niederträchtige Arbeiten mit Hingabe ausgeführt werden können, haben Männer die Tendenz, jedes noch so kleine Ämtli zum Prestigeobjekt hoch zu stilisieren. Die Frau ist der Allroundertyp,  Männer möchten sich spezialisieren, Experte sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch rührt mich die Apfelwähen-Geschichte. Für Männer wie Frauen ist es gleichermassen wichtig, die bemutternde, fürsorgliche Seite in sich zu entdecken und ihr Ausdruck zu verleihen. Die Anima, so heisst diese weibliche Seite in der Psychologie, macht, dass wir uns um unsere Liebsten sorgen, wenn sie sich verspäten, sie lässt uns Gäste mit Hingabe bewirten und... sie sorgt dafür, dass wir Wähen backen. Eine Wähe mit saisonalen Früchten ist so etwas wie der Inbegriff der liebevollen, gütigen Seite in ein jedem von uns. Auf den Wähenboden kommt je nach Jahreszeit das drauf, was die Natur oder der Boden hergibt. Das erinnert an den Zyklus von Geburt, Sterben und Wiedergeburt, was Frausein ja letztendlich ausmacht. Oder vielleicht bringe ich Wähe auch deshalb in Zusammenhang mit Mütterlichkeit, weil eine Wähe zu jenen Dingen im Leben gehört, die hausgemacht einfach tausendfach besser schmecken als gekauft. Das Elternhaus betreten, den vertrauten Geruch einatmen, das Büsi spüren, das einem um die Beine streicht und eine Wähe auf dem Tisch vorfinden  das ist Heimkommen.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Eduschka</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-25T06:55:00Z</dc:date>
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    <title>Naschen mit dem Popcorn-Mann</title>
    <link>http://buchstabenbazaar.twoday.net/stories/5757952/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;154&quot; alt=&quot;amazonen_negativ&quot; width=&quot;248&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/buchstabenbazaar/images/amazonen_negativ.jpg&quot; /&gt;Es gibt Menschen, die sind so richtig grosse Nascher. Lockenkopf gehört zu dieser Spezies. Nun hat sie auch noch das ganz grosse Los gezogen, arbeitet ihr Freund doch neben seinem Studium im Kinokiosk. Für den Popcorn-Nachschub im Hause Lockenkopf ist also gesorgt. Etwas Besseres hätte ihr nicht passieren können. So geht Lockenkopf als neugeborene Cineastin jetzt regelmässig ins Kino, während ihr Freund treuherzig die Popcorn-Maschine rattern lässt, sobald die Dame seines Herzens eintrifft. Weil die Becher jedoch abgezählt werden, muss er regelmässig und unter Einsatz all seiner Kräfte für behältertechnischen Ersatz suchen. So kommt es vor, dass Lockenkopf im Kinosaal neidvolle Blicke auf sich zieht, weil sie mit einem riesigen Getränkepappkarton voller Popcorn im roten Plüschsessel sitzt, während sich die Nachbarn links und rechts mit einer durchschnittlichen Bechergrösse zufrieden geben müssen. Ein bisschen würde sie sich jeweils schon schämen, räumte sie noch ein. Schon früher waren die Amazonen grosse Chips-Nascher. Eine Zeitlang waren Erdnussflips bei uns ganz hoch im Kurs. Wir vertilgten ganze Packungen dieser Dinger, und Lockenkopf war ernsthaft beunruhigt, als sie eines Tages feststellte, dass sie keine ganz Packung Erdnussflips auf einmal mehr vertilgen konnte. Na so was! Da konnte doch etwas nicht mehr stimmen! War sie etwa ernstlich erkrankt? Bei der nächsten Arztkonsultation wies sie den Mediziner vehemment auf ihren besorgniserregenden Zustand hin. Was dieser genau diagnostizierte, ist leider nicht überliefert. Wahrscheinlich hat er sie kopfschüttelnd nach Hause geschickt, mit dem Ratschlag, es doch morgens nochmal zu probieren.</description>
    <dc:creator>Eduschka</dc:creator>
    <dc:subject>Amazonen-Kolumne tink.ch</dc:subject>
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