Kloführer, Teil II: Schräge WC's
Neben den charakterstarken WC’s mit Stil, welche im ersten Teil vorgestellt wurden, gibt es einen anderen Typ von WC’s. Jene mit einem sehr eigenwilligen Stil.

Diese Klos fallen auf, weil sie etwas leicht Schräges an sich haben. Sie haben also eine gewisse Erlebnisqualität. Die Kloschüssel im Schmalen Handtuch beispielsweise befindet sich auf einer leichten Anhöhe, die man nur durch drei Treppenstufen erklimmen kann. So fühlt man sich regelrecht «auf dem Thron». Es ist irgendwie witzig, für eine so «niedere» Tätigkeit in die Höhe steigen zu müssen. Man fühlt sich gleich ein bisschen besser und besonderer. Ein «Prinzessin-auf-der-Erbse»-Gefühl.
Die Toilette im Kraftfeld ist im ersten Moment leicht irritierend, denn Vertreter beider Geschlechts benutzen denselben Toilettenvorraum, wo man sich an einem riesigen Trog in der Mitte die Hände wäscht. Die bekannten Piktorgramme an der Türe, welche erkennbar macht, wo Weiblein und wo Männlein hingehört, fehlen im Kraftfeld gänzlich. Aber irgendwie hat es sich automatisch so eingebürgert. Die Toilette mit dem Pissoir drin gehört den Männern. Die zwei anderen haben die Frauen erobert. Nirgends lässt sich in so ungezwungener Atmosphäre Pipi machen wie im Kraftfeld.

Diese Klos fallen auf, weil sie etwas leicht Schräges an sich haben. Sie haben also eine gewisse Erlebnisqualität. Die Kloschüssel im Schmalen Handtuch beispielsweise befindet sich auf einer leichten Anhöhe, die man nur durch drei Treppenstufen erklimmen kann. So fühlt man sich regelrecht «auf dem Thron». Es ist irgendwie witzig, für eine so «niedere» Tätigkeit in die Höhe steigen zu müssen. Man fühlt sich gleich ein bisschen besser und besonderer. Ein «Prinzessin-auf-der-Erbse»-Gefühl.
Die Toilette im Kraftfeld ist im ersten Moment leicht irritierend, denn Vertreter beider Geschlechts benutzen denselben Toilettenvorraum, wo man sich an einem riesigen Trog in der Mitte die Hände wäscht. Die bekannten Piktorgramme an der Türe, welche erkennbar macht, wo Weiblein und wo Männlein hingehört, fehlen im Kraftfeld gänzlich. Aber irgendwie hat es sich automatisch so eingebürgert. Die Toilette mit dem Pissoir drin gehört den Männern. Die zwei anderen haben die Frauen erobert. Nirgends lässt sich in so ungezwungener Atmosphäre Pipi machen wie im Kraftfeld.
Eduschka - 7. Dez, 09:45
Es gibt fast nichts Sinnlicheres, als eine Toiletteneinrichtung mit Charakter. Davon bin ich schon lange überzeugt. Das Restaurant kann noch so schick sein, das Essen noch so köstlich, der Kellner noch so aufmerksam, wenn die Toilette ein weiss gekachelter Ausbund an Hässlichkeit ist, vergeht dem Gast die Lust am Einkehren. Beinahe hätten die Wirtsleute es geschafft, den Gast zu verführen, ihn herumgebracht, auf dass er bald wieder kommen möge… bis dann ungefähr in der Hälfte des (weiblichen) Besuchs der Gang zur Toilette ansteht. Sauber sind die Toiletten in unseren Breitengraden glücklicherweise meistens, aber wenn das Interieur den bläulichen Charme eines Junki-WC’s verströmt und man sich in der Kabine kaum um die eigenen Achse drehen kann, wie zum Beispiel im
«Ich habe die Sonne schon lange nicht mehr gesehen», sage ich seufzend zu Kaktusblüte. Sonnenlicht bringt mein Biorhythmus in Fahrt und macht mein Gemüt froh, keine andere Lichtquelle kann meiner Meinung nach die Qualität des Sonnenlichts ersetzen. Kaktusblüte und ich liegen auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke. Müssig betrachte ich den Nebel vor dem Fenster. Ich hasse den Winter mit Leidenschaft. Kaktusblüte erwidert spontan: «Soll ich dir eine zeichnen?» Sie rumort in ihrem Zimmer und kommt kurze Zeit später mit einer Styroporkugel zurück. In die Kugel hat sie Zahnstocher gesteckt, welche die Strahlen symbolisieren. Das ganze Gebilde hat sie flugs mit gelber Farbe angemalt. Dazu reicht sie mir eine Tasse Chai, «für die innere Wärme», wie sie erklärt. Es rührt mich, dass meine Freundin mir eine Sonne bastelt, wenn sie in meinem Leben gerade mal nicht scheint. So fühle ich mich Ernst genommen in meiner Andersartigkeit, damit stärkt sie mich. Die Sonne als Lebensspenderin ist dabei von grosser Symbolkraft.

