Das Leben ist so kostbar. Machen wir etwas draus! Verbringen wir mehr Zeit mit Leben und weniger auf "facebook", küssen wir endlich den Mann, den wir schon lange begehren, tanzen wir mehr in der Küche, wo uns die Nachbarn sehen können, springen wir dem Teufel vom Karren, ja sind wir doch endlich wieder einmal leidenschaftlich! Das Leben hat keine Öffnungszeiten und der Schleudersitz ist unser bevorzugter Platz. Ergreifen wir die Chance, wachen wir endlich auf, verzeihen wir, singen wir laut im Frühlingsregen und sagen wir endlich ja! ja! ja!
Eduschka - 18. Mai, 14:01
Auch aus meinem Leben ist Doodle inzwischen nicht mehr wegzudenken. Wenn meine Freundinnen und ich zu fünft weggehen wollen, setzen wir zuerst einmal einen Doodle auf. Weil wir alle immer so wahnsinnig beschäftigt sind, so ungeheuer verplant. Früher, als Teenager, da hatten wir unglaublich viel Zeit, Zeit zum Verblöden! Und manchmal haben wir sie tatsächlich auch verblödet. Aber wenigstens mussten wir nicht die Agenda raus holen, wenn wir unsere Freunde treffen wollten! Natürlich hat das viel damit zu tun, dass wir alle vermehrt anfangen, unser eigenes Leben zu leben. Ein Leben mit seinen ganz eigenen Gesetzmässigkeiten. Je enger die Meeresenge wird, auf der wir mit unserem Boot dahin tuckern, desto weniger Zeit bleibt uns, die Landschaft genauer anzuschauen, mal anzuhalten und mit dem Bootskapitän des anderen Schiffes ein Schwätzchen abzuhalten. Je entschlossener jeder Einzelne seinen ganz persönlichen Leuchtturm ansteuert, desto schwieriger wird es zu bewerkstelligen, dass die Kursrichtungen sich kreuzen. Trotzdem täte es zwischendurch gut, sich ganz absichtlich zu verfahren, den Umweg zu einem Freund in Kauf zu nehmen. Weil nichts so schön ist, wie sich am Leuchtfeuer eines wirklich guten Freundes die Hände zu wärmen.
Erschienen am 10. Mai 2011 im "Stadtanzeiger"
Eduschka - 10. Mai, 15:08
Wenn die Liebe ein Kleid wäre, was wäre das Windrosengewand?
Ein schwerer Duft umfängt mich, als ich es mir überstreife, mich an sein Gewicht gewöhne.
Tanzen will ich, tanzen!
Doch die Rosen haben Dornen. Das Kleid wird zum Korsett.
Eduschka - 9. Mai, 13:44
«Zu beschreiben wäre die eine und andere Speise, die Du erfunden hast / wie Du jüngere und alte Leute gewinnst, so dass sie gern ins Haus kommen / wenn wir in den kalten Bächen schwimmen, wenn ich die Flasche entkorke, die wir im Bach gekühlt haben: Deine frohe Anwesenheit / der Haufen von Büchern (hauptsächlich Deutsch, aber auch Englisch, Französisch, Italienisch) auf dem Boden neben Deinem Bett / wie Du viele Leute beschenkst / Deine kindliche Aufregung vor Geburtstagen / wie Du, eine Frau, auf dem Fahrrad sitzest und dabei eine Mädchenzeit sichtbar machst / Dein Arbeitstisch, das Tohuwabohu von schweren Wörterbüchern und beschriebenen Blättern und weissen Blättern und Zeitschriften der literarischen Avantgarde und Briefmarken und Magazinen mit Mode, die Du nicht trägst, und Briefen, die beantwortet sind / Dein mütterlicher Kummer mit meiner Arbeit / Dein lederner und vom Regen verwaschener Texas-Hut, wenn ich ihn im Gedränge am Bahnhof erkenne, und Orte, die ohne Dich anders sind: Prag, Warschau, Avignon, Paris, Leningrad, Odesssa, Venedig, London, Jerusalem, Manhatten etc. Und der kleine Steintisch im Tessin -
Die ist ein aufrichtiges Buch, Leser
out of: «Montauk», S. 180/181
Eduschka - 4. Apr, 15:40
Creating inspiring spaces
Eduschka - 28. Mär, 22:37
"Man gibt Zeichen von sich, um zu erfahren, ob wir einander verstehen (...) Man hat Durst nicht nach Ehre, aber nach Partnerschaft. Man gibt sich Preis, um einen Anfang zu machen." Max Frisch
Eduschka - 16. Mär, 12:10
Als Tagebuchschreiberin in alten Tagebüchern zu schmökern ist wie ein kurioses Date mit der eigenen Vergangenheit. Manchmal tauchen da auch Namen von Personen auf, an die ich heute absolut keine Erinnerung mehr habe. Wer war dieser Marc, den ich damals in seinem schicken Anzug so umwerfend fand? Oder eine gewisse Marianna, die mir offenbar weiszumachen versuchte, dass das Landleben das beste sei, was ihr passieren konnte? Sosehr ich mich auch anstrenge, die Erinnerung will sich nicht einstellen. Ähnlich grosse Fragezeichen erzeugt die Durchsicht des Handy-Verzeichnisses. Auch dort hinterlässt die Vergangenheit ihre Spuren. Jede meiner Freundinnen hat mindestens einen Namen im Handy gespeichert, von dem sie heute keine Ahnung mehr hat, wer sich dahinter verbergen könnte. Löschen wir den Eintrag deswegen aus dem Verzeichnis? Mitnichten! Irgendwann, so denken wir, wird diese Nummer uns noch nützlich sein, uns aus einer misslichen Lage befreien. Falls der Angerufene als Telefon-Joker dann doch nichts taugt, bleibt uns ja immerhin noch die Aussicht auf ein kurioses Date mit der eigenen Vergangenheit.
Erschienen im Stadtanzeiger, 1. Feb. 2011
Eduschka - 1. Feb, 12:13
Der gelb-grüne Papagei im Schaufenster des kleinen Barbiergeschäfts krächzte ununterbrochen einen englischen Namen. Es hörte sich an wie «Lane.» «Halt den Schnabel, Lady Montgomery!», tönte es energisch aus dem Laden. Ein Mann mit strähnigem langem Haar hantierte darin mit Schere und Kamm an der Haarpracht eines Kunden herum. Heute war viel Betrieb, schliesslich wollte sich jeder für das Weihnachtsfest herausputzen. Weihnachten wurde auf den Philippinen gross gefeiert. Für die Festlichkeiten mussten Bärte gestutzt, Brauen gezupft und Haaröl aufgetragen werden. Der Duft von Seifenlauge lag in der Luft. «Sie haben aber einen schönen Weihnachtsbaum hier im Laden», bemerkte eine Kundin anerkennend, die unter der Trockenhaube eine Zigarette rauchte. Der Barbier lächelte zufrieden. «Randy the Barber», stand in bunten Lettern an der Aussenfassade des kleinen Geschäfts.
FROHE WEIHNACHTEN!
Eduschka - 24. Dez, 11:58