Lebensabschnittsmöbel
Obwohl die Amazonen noch nicht ans Eigenheim denken, ist die WG-Zeit doch eindeutig vorbei. Nun muss eine richtig schöne Badwanne her. Oder eine eigene Altbauwohnung.
Gegenstände können auf vortreffliche Weise einen Lebensabschnitt symbolisieren. Mit 18 ist dieser Gegenstand oftmals das erste eigene Auto: Es symbolisiert die neu gewonnene Unabhängigkeit, es steht für Aufbruch. Das erste eigenen Auto bedeutet: ich ziehe los, um die Welt zu erkunden und sie mir zu Eigen zu machen. Bei Gleichaltrigen brechen Stürme der Begeisterung los, wenn man mit vor Stolz geschwellter Brust von seiner neuen Anschaffung berichtet. Für die Amazonen ist diese Phase längst vorüber. Für jene Amazonen, die ein eigenes Auto haben, ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden und die Amazonen ohne eigenes Auto werden sich wohl auch in nächster Zukunft keines anschaffen – täten sie es dennoch, wäre es nichts Spektakuläres.
Doch jeder neue Lebensabschnitt weckt wieder neue Begehrlichkeiten. Und so träumten die Amazonen und ich kürzlich bei Kaffee von einer freistehenden Badewanne mit Löwenfüsschen. Das wär’ was! Die Römerin argumentierte dann aber, dass wir uns definitiv noch nicht in dieser Lebensphase befinden.
Eine freistehende Badewanne mit Löwenfüsschen, das klingt nach grossen Wohnräumen mit hohen Decken und grossen Fenstern, es klingt ein bisschen nach Künstlerdasein, auch nach Yuppie-Style. Doch niemand von uns hat sich schon so weit emporgearbeitet, dass wir uns so eine Wohnform leisten könnten.
Es ist jedoch nicht unter den Teppich zu kehren, dass wir uns bereits in der Post-Studi-WG-Phase befinden: Wie man wohnt, wird in dieser Phase wichtiger. Und man möchte gerne selbst darüber bestimmen können und sich keinerlei Studi-WG-Regeln unterordnen müssen. So wie Lockenkopf. Sie ist gerade mit ihrem Freund in eine Altbauwohnung gezogen – wobei es Stimmen gibt, die beharrlich verlauten lassen, dass es gar keine Altbauwohnung ist. Doch Lockenkopf hat sich wohl ein bisschen in die Vorstellung verliebt. Sie ist sogar so weit gegangen, nach den ersten aufkommenden Zweifeln die Frau auf der Wohnungsverwaltung nach dem Kriterienkatalog für eine Altbauwohnung zu fragen. Die konnte es ihr dann aber auch nicht genau sagen. Schliesslich schafft sich jeder seine eigene Wahrheit. Lockenkopf wohnt also in einer Altbauwohnung.
Die Römerin hingegen ist im Moment in der Lebensabschnittphase des Bettsofas. Auch sie ist umgezogen und bewohnt ein Studio, und da sie oft künstlerisch tätig ist und den Boden benutzt, um zu basteln oder zu malen, würde ein Bett zu viel Platz versperren. Also ist das Möbelstück, welches ihre momentane Lebensphase am besten charakterisiert, ein Bettsofa. Ein Bettsofa kann sie schnell ausziehen und nach dem Aufstehen wieder wegräumen. Ein Bettsofa-Besitzer hat sich noch nicht richtig im Leben eingerichtet, hat sich aber dafür entschieden, sich auf den Weg zu machen und seinen Träumen Raum zu geben.
Zumindest wohnen alle noch zu Miete, das beruhigt mich. Wenn wir anfangen uns nach Landparzellen umzusehen, auf denen wir unser Einfamilienhäuschen errichten möchten, beginnt bei mir das grosse Haare-Raufen. Doch vorher kommt ja noch die Phase mit der freistehenden Badewanne. Die möchte ich auf keinen Fall verpassen.

Doch jeder neue Lebensabschnitt weckt wieder neue Begehrlichkeiten. Und so träumten die Amazonen und ich kürzlich bei Kaffee von einer freistehenden Badewanne mit Löwenfüsschen. Das wär’ was! Die Römerin argumentierte dann aber, dass wir uns definitiv noch nicht in dieser Lebensphase befinden.
Eine freistehende Badewanne mit Löwenfüsschen, das klingt nach grossen Wohnräumen mit hohen Decken und grossen Fenstern, es klingt ein bisschen nach Künstlerdasein, auch nach Yuppie-Style. Doch niemand von uns hat sich schon so weit emporgearbeitet, dass wir uns so eine Wohnform leisten könnten.
Es ist jedoch nicht unter den Teppich zu kehren, dass wir uns bereits in der Post-Studi-WG-Phase befinden: Wie man wohnt, wird in dieser Phase wichtiger. Und man möchte gerne selbst darüber bestimmen können und sich keinerlei Studi-WG-Regeln unterordnen müssen. So wie Lockenkopf. Sie ist gerade mit ihrem Freund in eine Altbauwohnung gezogen – wobei es Stimmen gibt, die beharrlich verlauten lassen, dass es gar keine Altbauwohnung ist. Doch Lockenkopf hat sich wohl ein bisschen in die Vorstellung verliebt. Sie ist sogar so weit gegangen, nach den ersten aufkommenden Zweifeln die Frau auf der Wohnungsverwaltung nach dem Kriterienkatalog für eine Altbauwohnung zu fragen. Die konnte es ihr dann aber auch nicht genau sagen. Schliesslich schafft sich jeder seine eigene Wahrheit. Lockenkopf wohnt also in einer Altbauwohnung.
Die Römerin hingegen ist im Moment in der Lebensabschnittphase des Bettsofas. Auch sie ist umgezogen und bewohnt ein Studio, und da sie oft künstlerisch tätig ist und den Boden benutzt, um zu basteln oder zu malen, würde ein Bett zu viel Platz versperren. Also ist das Möbelstück, welches ihre momentane Lebensphase am besten charakterisiert, ein Bettsofa. Ein Bettsofa kann sie schnell ausziehen und nach dem Aufstehen wieder wegräumen. Ein Bettsofa-Besitzer hat sich noch nicht richtig im Leben eingerichtet, hat sich aber dafür entschieden, sich auf den Weg zu machen und seinen Träumen Raum zu geben.
Zumindest wohnen alle noch zu Miete, das beruhigt mich. Wenn wir anfangen uns nach Landparzellen umzusehen, auf denen wir unser Einfamilienhäuschen errichten möchten, beginnt bei mir das grosse Haare-Raufen. Doch vorher kommt ja noch die Phase mit der freistehenden Badewanne. Die möchte ich auf keinen Fall verpassen.
Eduschka - 4. Feb, 16:47